Diese „Aktionsseite“ ermöglicht es uns, mit interessierten Leuten in Deutschland in Kontakt zu treten und ihnen aufzuzeigen, was es alles an Möglichkeiten für lokales Engagement und Handeln gibt. Diese Seite will ebenfalls eine internationale Plattform zum Austausch von Informationen und Erfahrungen sein.
Auf diese Weise arbeiten wir darauf hin, ein weltweites Netzwerk engagierter Einzelpersonen, Gemeinschaften und Organisationen aufzubauen, die sich zusammenfinden, um gemeinsam nachhaltigere Modelle der Lebensmittelerzeugung und nachhaltigeres Konsumverhalten zu fördern.
Auf dieser Aktionsseite finden Sie Informationen über die landwirtschaftliche Lage in Deutschland und über deutsche Organisationen, die sich für nachhaltige Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion einsetzen. Ebenfalls finden Sie hier Hintergrundinformationen über die Entstehung und den Erfolg der Meatrix-Serien.
Wir freuen uns auf ergänzende Informationen oder Aktualisierungen, die Sie uns zusenden möchten, damit wir die Aktionsseite für Deutschland kontinuierlich verbessern können. Unter folgender Adresse nehmen wir Ihre Anregungen (auch auf Deutsch) gerne entgegen: gpagano@fwwatch.org
Deutschland
Hin zu einer Zweiklassenlandwirtschaft, die es verfehlt, qualitativ gute Nahrung für alle zugänglich zu machen
Deutschland hat sich für eine Zweiklassenlandwirtschaft entschieden. Einerseits hat es in diesem Land in den letzten Jahrzehnten einen rapiden Strukturwandel gegeben hin zu einer industriellen Landwirtschaft. In dieser Hinsicht ist Deutschland anderen europäischen Ländern gefolgt wie Frankreich, Belgien und den Niederlanden. Andererseits konnte man in Deutschland auch einen starken Zuwachs in der ökologischen Landwirtschaft registrieren.
Industrialisierungsprozess in der Landwirtschaft
Verschiedene Indikatoren weisen auf einen “Industrialisierungsprozess” der Landwirtschaft hin. Die Tendenz ist eindeutig: Stets grössere Mengen werden auf einer immer geringeren Anzahl Betrieben von steigender Durchschnittsgrösse erzeugt. Gleichzeitig bleibt die Anbaufläche entweder konstant oder nimmt nur minimal ab.
All dies belegt eindeutig, dass sich Deutschland in Richtung eines industriellen Landwirtschaftsmodells bewegt: Grosse Mengen werden auf einer beschränkten Zahl von Grossbetrieben erzeugt. Dieses Produktionsmodell folgt dem industriellen Diktat, welches Konzentration der Produktion und Maximierung des Ertrags verlangt – dabei kommt sowohl die Qualität der erzeugten Lebensmittel als auch die Umwelt zu kurz.
Öko-Landwirtschaft
Auf der entgegengesetzten Seite des Spektrums können wir in Deutschland aber auch einen klaren Trend in Richtung ökologischer Landwirtschaft ausmachen: Zwischen 1999 und 2005 hat die Zahl der Betriebe, die nach ökologischen Richtlinien wirtschaften, deutlich - und zwar um 43% auf 13 700 - zugenommen. Gleichzeitig ist die gesamte Öko-Anbaufläche von 489 100 auf 784 000 ha gestiegen2.
Obwohl diese Entwicklung begrüssenswert ist, können sich heute nur Wohlhabende qualitativ gute Lebensmittel leisten. Deutschland muss eine Politik anwenden, die hochwertige, gesunde Lebensmittel für jedermann erschwinglich macht. Eine nachhaltige Agrarpolitik muss auch Anreize für umweltverträgliche Produktionsmethoden schaffen sowie die nötigen Rahmenbedingungen geben, damit kleine und mittlere Bauern ihre Betriebe weiterhin bewirtschaften können.
Zweigleisigkeit löst das Problem nicht
Bietet die parallele Führung von zwei unterschiedlichen Landwirtschaftsmethoden, wie sie das „deutsche Modell“ präsentiert, eine befriedigende Lösung? Akzeptieren wir, dass es einerseits eine industrielle Landwirtschaft gibt, die qualitativ niedrige Lebensmittel für den Grossteil der Bevölkerung erzeugt, mit negativen Auswirkungen für Umwelt und Mensch, und andererseits eine ökologische Landwirtschaft, welche die Umwelt zwar schont, aber nur in begrenzten Gebieten, und hochwertige, aber nicht für alle zugängliche Lebensmittel erzeugt?





